Mauritius bietet eine der schönsten Kitesurf Lagunen der Welt. Aber auch ein einzigartiges Wellenparadies und eine der schnellsten Wellen weltweit – One Eye. Von Einsteiger bis Pro – hier findet jeder seinen Kite Spots. Eine große Besonderheit ist hier der Downwinder von Bel Ombre bis in die Kite Lagoon, doch sollte dieser nicht unvorbereitet durchgeführt werden. Was es dabei zu beachten gibt, erfahrt Ihr hier.

Windausbeute auf Mauritius

Die Windstatistik für Mauritius ist ziemlich gut. Die beste Windausbeute hat man hier im Juli und August, denn dann ist hier Winter. Laut Statistik gibt es hier den besten Wind (20 bis 30 Knoten) von April bis September, ab Oktober beginnt hier die Sommerzeit und der Wind lässt nach. Trotzdem haben viele Kiter auch in den Monaten von Oktober bis März eine gute Windausbeute. Nur im absoluten Südhalbkugel-Hochsommer (Dezember, Januar) kann mal ein Zyklon vorbei schauen. Auf die Windvorhersage-Apps kann man sich hier schlecht verlassen, am zuverlässigsten ist noch die App Windy, da man hier die Großwetterlage beobachten kann. Auf Mauritius ist Wetterbeobachtung gefragt und das Wissen der Locals.

Tide und Strömung

Mauritius ist keine geschützte Lagune, sondern eine Insel in den Weiten des Ozeans. Die Bedingungen werden durch Tide, Strömung und Großwetterlagen bestimmt. Auch wenn der Wasserstandsunterschied gering erscheinen mag, hat die Tide großen Einfluss auf den Ritt in die Welle und auf die Strömung. Denn um die Insel herum zieht eine starke Strömung. Sie lässt nicht nur das Wasser 3-4 Grad kühler sein, als im offenen Meer, sondern sie reißt neben verlorenen Boards auch Kiter mit sich, die ihren Kite gedroppt haben. Die Tide entscheidet auch darüber, ob der Ritt in die Welle möglich ist. Und es befinden sich innerhalb des Riffs Korallenköpfe, über denen man bei low tide lieber keine Sprungübungen macht.

Temperatur und Sonneneinstrahlung

Während man im Winter gut mit einem Shorty durchs Kiterleben kommt (August ist hier ja tiefster Winter), so ist im Sommer UV Schutzkleidung zu empfehlen, denn die Sonne ist auch im Winter nicht zu unterschätzen. Besonders Schuhe bieten sich an, falls man mal ein paar Schritte laufen oder generell noch viel Strecke zu Fuß zurück legen muss, denn hier gibt es viele Korallen und an dem ein oder anderen Spot im Osten der Insel auch Seeigel.

Beste Kite Spots im Süden von Mauritius

Im Süden der Insel hat man die beste Windausbeute, denn hier beschleunigt sich die Luft durch den Venturieeffekt um den Berg Brabant herum (circa 5 Knoten mehr) und zieht sideshore an der Küste entlang – wenn denn der Wind aus der Hauptwindrichtung Süden kommt. Steigt man ein Stück auf den Le Morne Branbant, versteht man, wie die Bedingungen an den Spots sind, denn hier hat man einen guten Blick. Während vorne der Sandstrand die riesige Kite Lagoon säumt, sieht man weiter draußen, wie die Kiter durch den Channel an der Welle Manawa vorbei fahren, um von außerhalb des Riffs die Welle zu bekommen.

Außerdem erreicht man hier von der Le Morne Lagune aus 5 verschiedene Spots – von riesiger Flachwasser-Lagune bis zu absoluten Pro-Wellen-Spots ist hier alles dabei.

Quelle: https://www.kite-and-windsurfing-guide.com
Kite Lagoon

Die Kite Lagoon ist eine riesige stehtiefe Lagune, die sich perfekt für Einsteiger und Flachwasser-Fans eignet. Hier kommt der Wind immer auflandig. Auch hier gibt es im oberen Bereich einige Korallen, wobei im unteren Bereich eigentlich alles plattgetreten wurde. Bei low tide ist darauf zu achten, dass sich rechts in der Höhe des Hotels zwei Korallenbänke befinden. Auch zu nah ans Riff sollte man nicht fahren. Denn wenn der Wind weg ist oder man das Board verliert, wird man von der Welle angesogen.

Auch an diesem Spot darf der obligatorische Baum nicht fehlen, in dem spätestens jeden zweiten Tag ein Kite drin hängen bleibt. Auf der anderen Seite sichert der Baum auch den Spot. So müssen Show-Fahrer ein wenig Abstand halten und können ihren Kite nicht in 1,5 Meter Höhe über die Wiese mähen. Direkt neben der Wiese befindet sich das Riu, hier gibt es auch eine Kitestation. Zudem schulen an diesem Spot auch viele mobile Schulen. Das hat zum Vorteil,  dass in Gefahrensituationen immer schnell ein Local eingreifen kann und es auch tut.

Wer das Upwind-Fahren beherrscht, kann hier sehr gut oberhalb der Kiteschüler fahren und hat seinen privaten Kitebereich.

Le Morne Lagoon

Le Morne Lagoon hält für Aufsteiger eine große Flachwasser-Spielwiese bereit, die bei viel Wind jedoch recht kabbelig ist und bei hoher Tide eine starke Strömung aufweist. Auch hier gibt es mobile Kiteschulen und der Surfshop, der sein Ladengeschäft neben dem Supermarkt in La Gaulette hat, hat hier sein mobiles Testcenter. Gerne starten und landen hier Kiter ihre Kites zwischen und manchmal auch in den Bäumen.

Ab in die Welle

Will man in die Wellen starten, sollte man sich vor Ort unbedingt bei den Locals oder erfahrenen Kitern erkundigen. Der Startpunkt befindet sich an der Spitze vor dem Hotel. Manche Wellen sind nur was für Experten und teilweise nur bei bestimmten Bedingungen möglich abzufahren. One Eye zählt zu den schnellsten Wellen der Welt.

Quelle: https://www.kite-and-windsurfing-guide.com

Als Kommentar zu meinem Beitrag schrieb Ralf: „Du kannst entweder Richtung Manawa Reef (sehr hohe Wellen aber sehr berechenbar – sehr weit vom beach) raus oder direkt raumschots über das little Reef nach One Eye. Bevor beide Riffe anfangen, hast du einen Bereich von 200 bis 400 hundert Metern. Bei Ebbe musst du aufpassen, da kommt am little Reef und auch One Eye auch plötzlich mal das Riff raus. Alles in allem eines der geilsten Wellenspots aber auch sehr gefährlich. One Eye macht süchtig.“

Downwinder im Süden von Mauritius

Unlängst erzählte uns ein Kiter ganz begeistert von einem Downwinder, den er auf Mauritius gemacht hatte. In Bel Ombre gestartet, fuhr er die Küste runter bis in die Kite Lagoon. Ganz ungefährlich ist die Tour nicht, erfahren wir, denn die Tour hält einige Herausforderungen bereit.

Quelle: https://www.kite-and-windsurfing-guide.com
Bel Ombre

Der Wind in Bel Ombre bläst grundsätzlich geringer als in der Le Morne Lagoon. 2 bis 3 Quadratmeter mehr als in der Lagune braucht man hier im Durchschnitt. Bel Ombre selbst hat neben einer Hotelanlage mit angeschlossener Kite-Station einen public beach zu bieten mit einer reichen Auswahl an Korallen – auch zwischen Riff und Strand. Der Wind kommt hier böiger, das Wasser ist kabbeliger und die starke Strömung machen den Spot ein wenig anspruchsvoller. Die Kitestation bietet jedoch einen Rettungsboot Service, den man zusammen mit dem Nutzungsrecht für die Beach Club Liegen für eine Tagespauschale buchen kann. Auch von hier kann man ins Riff fahren und die Wellen des Bel Ombre Reef abreiten.

Startet man seinen Downwinder also in Bel Ombre, so muss man mit zu kleinem Kite losfahren, denn spätestens ab La Prairie nimmt der Wind deutlich zu. Vorher muss man jedoch noch das Baie du Cap passieren.

Baie du Cap

Zwar in verschiedenen Spotübersichten als Kitespot benannt, ist Baie du Cap bestimmt nicht die erste Wahl, wenn es um Kitespots auf Mauritius geht. Der Fluss strömt hier ins Meer und verhindert die Riffbildung. So laufen hier starke Wellen bis ans Ufer. Die Strömung ist sehr stark und angeblich soll es hier auch Haie geben. Will man bei dem Downwinder diese Stelle passieren, hat man zwischen Riffkante und Ufer nur 40 Meter Platz. Diese Stelle ist auch der Grund, warum ein Downwinder von Bel Ombre bis zu Lagune nur mit Begleitboot und erfahrenem Guide empfohlen wird.

Hat man Baie du Cap passiert, sind die Herausforderungen überwunden und eine Strecke von über 10km stehen für den Downwinder bereit.

La Prairie

La Prairie bietet einen breiten Sandstrand und ist daher auch perfekt als Einstieg für einen kleinen Downwinder, für den man keinen Guide und Begleitboot braucht. Außerhalb der Insel Ilot Fourneau vorbei, kommt man hier wunderbar innerhalb des Riffs bis in die Kite Lagoon.

Die Ostküste von Mauritius bietet auch ein wenig Kitespaß

Plant man eine Rundreise, so findet der begeisterte Kiter auch an der Ostküste der Insel Kitespots. Der Wind bläst hier normalerweise schwächer als im Süden der Insel. Er kommt schräg auflandig rein und hat keine Berge, die ihn beschleunigen.

Belle Mare

Hier befindet sich zwischen Strand und Riff ein großer Flachwasserbereich, der auch für Einsteiger geeignet ist. Es befinden sich jedoch viele Korallen im Wasser. Die Besonderheit an diesem Spot ist, dass das Wasser durch das 300 Meter lange Riff geschützt wird und dadurch sehr glatt ist. Der Ritt in die Welle ist nicht zu empfehlen. Sie bricht nicht sauber und das Riff befindet sich direkt unter der Wasseroberfläche.

Der Norden der Insel

Zwar kann man am Cap Malheureux ein paar Schläge tun, hier ist man aber auf das Wissen der Locals angewiesen. Das gilt auch für die beiden Breaks in Anse la Raie ein paar Kilometer östlich vom Cap.

Mauritius – das Kitesurf Eldorado

Plant man einen Kitesurf-Urlaub auf Mauritius ist es zu empfehlen es der Kite Community gleich zu tun und sich im Süden der Insel zu stationieren. La Gaulette ist das Surferdorf, das viele Wohnungen und Villen von Privat anzubieten hat.

Ein Kommentar

  1. Hey Barbara,
    klasse geschrieben ,informativ und sachkundig.
    Kannst Du mir vielleicht was über Kite Globing mitteilen.
    Ich plane in Bel Ombre einen 10 Stunden Anfängerkurs bei denen zu machen.
    Hatte auch AirSwitch bei Le Morne im Auge ,aber auch wenn der Spot vielleicht(?)
    besser für Anfänger ist,ist es mir zu teuer .Ich bin für eine Woche in Bel Ombre und hab ein Motorroller
    hättest Du noch einen Vorschlag ,wo ich an der Südküste eine gute/günstige (max.40,-€ pStd) Schule
    finde .Am LeMorne ist es ja extrem und Tamarin/La Gaulette ist mir zu weit .

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